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Wie Wis­sen­schaft in der Gesell­schaft ankom­men kann

14.02.2021
Alexander Henn

Tech­no­lo­gie­trans­fer – das bedeu­tet nicht nur Trans­fer von For­schungs­er­geb­nis­sen in die Indus­trie zu bei­der­sei­ti­gem wirt­schaft­li­chen Nut­zen. Son­dern auch Bei­trä­ge zu gesell­schaft­li­chen Her­aus­for­de­run­gen zu leis­ten und einen posi­ti­ven Ein­fluss auf das Leben der Men­schen zu neh­men. Wie Tech­no­lo­gie­trans­fer-Ein­hei­ten dies aktiv vor­an­trei­ben kön­nen und wie wich­tig Mut und Risi­ko­be­reit­schaft an wis­sen­schaft­li­chen Ein­rich­tun­gen dafür sind, dar­über schrei­ben Dr. Jens Fah­ren­berg und Anke Weigel vom Inno­va­tions- und Rela­ti­ons­ma­nage­ment am Karls­ru­her Insti­tut für Technologie.

Ein Impuls von Anke Weigel und Jens Fah­ren­berg im Blog des KIT-IRM “Rese­arch to Business”

Mit der Fra­ge, wie wir die Bedeu­tung von Inven­tio­nen und Inno­va­tio­nen für die Zivil­ge­sell­schaft kla­rer auf­zei­gen kön­nen, beschäf­tigt sich das KIT-IRM schon seit Jah­ren. Beson­ders das ver­gan­ge­ne Jahr hat aber über­deut­lich gezeigt, wie wich­tig es ist, wis­sen­schaft­li­che Arbeits­wei­sen und Erkennt­nis­se ver­ständ­lich, nach­voll­zieh­bar und wert­schöp­fend auf­zu­be­rei­ten. Unser Kern­ge­schäft ist die Kom­mer­zia­li­sie­rung die­ser For­schungs­er­geb­nis­se, indem wir zum Bei­spiel Schutz­rech­te und das damit ver­bun­de­ne Know-how an Unter­neh­men lizen­zie­ren oder die Aus­grün­dung eige­ner Unter­neh­men der wis­sen­schaft­li­chen Beschäf­tig­ten unter­stüt­zen. Schon hier gilt es, den ange­streb­ten Effekt neben der finan­zi­el­len Ein­nah­me zu ver­mit­teln: Im bes­ten Fall schafft das For­schungs­er­geb­nis die Siche­rung oder sogar Neu­schaf­fung von Arbeits­plät­zen, trägt zu einem star­ken Wirt­schafts­stand­ort Deutsch­land bei und stei­gert so auch die Lebens­qua­li­tät der Bürger*innen.

 

Tech­no­lo­gie­trans­fer in Kon­kur­renz zur Wissenschaft?

Die­se Ent­wick­lung mit der Frei­heit für For­schung und Leh­re zu kom­bi­nie­ren, scheint erst ein­mal schwie­rig. Pro­fes­so­rin­nen, Pro­fes­so­ren und Beschäf­tig­te der öffent­li­chen For­schung küm­mern sich selbst­ver­ständ­lich nicht vor­der­grün­dig um die Kom­mer­zia­li­sie­rung ihrer For­schung und sol­len für Akti­vi­tä­ten im Inno­va­ti­ons­pro­zess auch nicht an ihrer Arbeit gehin­dert wer­den. Immer mehr wis­sen­schaft­li­che Beschäf­tig­te sehen das The­ma Trans­fer jedoch inzwi­schen als inte­gra­len Teil ihrer Tätig­keit. Der wis­sen­schaft­li­chen Ein­rich­tung und ihrer Tech­no­lo­gie­trans­fer-Ein­heit kommt dann die Auf­ga­be zu, Akti­vi­tä­ten im Inno­va­ti­ons­pro­zess so zu unter­stüt­zen, dass kei­ne Ziel­kon­flik­te ent­ste­hen, zum Bei­spiel bei der Erfolgs­mes­sung der wis­sen­schaft­li­chen Leis­tung. Das betrifft die Kul­tur der Wis­sen­schafts­ge­mein­schaft im Gan­zen: Wenn Ver­öf­fent­li­chun­gen in wis­sen­schaft­li­chen Medi­en von Schutz­rechts­an­mel­dun­gen oder recht­li­chen Prü­fun­gen von Ver­trä­gen ver­zö­gert wer­den, ist das kon­tra­pro­duk­tiv. Hier ist also das For­schungs­ma­nage­ment mit sei­nen Dienst­leis­tun­gen gefragt – wir müs­sen zügig und dyna­misch im Aus­tausch arbei­ten, um sol­che Kon­flik­te gar nicht erst ent­ste­hen zu lassen.

 

Arbei­ten im Dialog

Wie kom­plex Wis­sen­schaft im öffent­li­chen Dis­kurs gese­hen wird, hat die Coro­na-Pan­de­mie bei­spiel­los gezeigt. Die Arbeits­wei­se aus Ver­such und Schei­tern, die Vali­die­rung von bis­he­ri­gen Ergeb­nis­sen, die offe­ne aber fak­ten­ba­sier­te Dis­kus­si­on über die Inter­pre­ta­ti­on von Daten – Tei­le der Gesell­schaft haben die­se Vor­ge­hens­wei­se negiert und waren den „ein­fa­chen“ Lösun­gen zuge­neigt. Ein Groß­teil der Men­schen aber for­dert ein, was die Wis­sen­schaft bie­ten kann: Fak­ten zu erar­bei­ten, Ent­schei­dun­gen auf Basis die­ser Fak­ten zu emp­feh­len und trotz­dem immer wie­der zu über­prü­fen, ob die Sach­la­ge sich ver­än­dert hat und die Ent­schei­dun­gen nach­hal­tig rich­tig waren. Unter­schied­li­che Sicht­wei­sen berück­sich­ti­gen und dif­fe­ren­zier­te Per­spek­ti­ven auf ein The­ma ein­flie­ßen zu las­sen, das sind ers­te Schrit­te für den Trans­fer in Wirt­schaft und Gesell­schaft. Prak­tisch kann dies manch­mal ganz bür­ger­nah ablau­fen. Das KIT setzt dies bei­spiels­wei­se in Real­la­bo­ren wie „Quar­tier Zukunft – KIT fin­det Stadt“ und „Test­feld für Auto­no­mes Fah­ren“ um. Damit wird inno­va­ti­ve Wis­sen­schaft mit­ten in der Stadt erleb­bar. Auch neben die­sen Groß­pro­jek­ten kann der Tech­no­lo­gie­trans­fer viel tun, um den Dia­log zwi­schen Wis­sen­schaft, Wirt­schaft und Gesell­schaft zu stärken.

Men­schen zusam­men­brin­gen, in jeder Dimension

Die­se Arbeit fängt im Klei­nen an: indem Forscher*innen zum Bei­spiel schon direkt nach der Erfin­dungs­mel­dung dabei unter­stützt wer­den, über den Ein­satz­zweck und Ver­wer­tungs­op­tio­nen kon­kret nach­zu­den­ken. Indem wir ihnen eine Platt­form und einen Rah­men bie­ten, wo sie ihre Arbeit außer­halb der wis­sen­schaft­li­chen Gemein­schaft prä­sen­tie­ren kön­nen. Der Tech­no­lo­gie­trans­fer am KIT tut dies zum Bei­spiel mit der Tech­no­lo­gie­bör­se RESEARCH TO BUSINESS, über Ver­an­stal­tun­gen des KIT-Busi­ness-Clubs oder den Inno­va­ti­ons­tag NEULAND. Ein ande­res Publi­kum, ande­re Impul­se und Fra­gen: sol­che Aus­tausch­mög­lich­kei­ten hel­fen, For­schungs­ar­beit und gesell­schaft­li­chen Bedarf zusam­men und in den Dia­log zu bringen.

Mit einem inno­va­ti­ons­freund­li­chen Mind­set an der Wis­sen­schafts­ein­rich­tung las­sen sich sogar außer­ge­wöhn­li­che Leucht­turm­pro­jek­te mit direk­ter Sicht­bar­keit für Bür­ge­rin­nen und Bür­ger umset­zen. In Karls­ru­hes Innen­stadt ist kürz­lich genau solch ein Anlauf­punkt mit Strahl­kraft ent­stan­den. Das neu gegrün­de­te Inno­va­ti­ons­zen­trum TRIANGEL befin­det sich auf Karls­ru­hes zen­tra­ler Ein­kaufs­mei­le und ist als offe­ne Begeg­nungs­stät­te für sehr unter­schied­li­che Per­so­nen­grup­pen gedacht: Hier sol­len Stu­die­ren­de auf Industrievertreter*innen tref­fen, jun­ge Gründer*innen auf Bürger*innen, die eben mal rein­schau­en, weil sie die Stra­ßen­bahn ver­passt haben. Beim War­ten auf den Cof­fee to Go kann sich jeder­mann aktu­el­le Aus­stel­lungs­stü­cke und inno­va­ti­ve Pro­to­ty­pen anschau­en und nach weni­gen Minu­ten viel­leicht nicht nur ein Heiß­ge­tränk, son­dern auch inspi­rie­ren­des Wis­sen mitnehmen.

Eine noch stär­ke­re Sym­bio­se wird im ZEISS Inno­va­ti­on Hub gelebt, der vor den Toren des KIT Cam­pus Nord in Koope­ra­ti­on zwi­schen KIT und sei­nem stra­te­gi­schen Unter­neh­mens­part­ner gebaut und kürz­lich offi­zi­ell eröff­net wur­de. Hier fin­det zum Bei­spiel die KIT-Aus­grün­dung Nano­scri­be mit ihren inzwi­schen über 80 Beschäf­tig­ten Platz und eine her­vor­ra­gen­de Aus­stat­tung. Das Unter­neh­men, inzwi­schen Welt­markt­füh­rer beim 3D-Druck auf der Nano­me­ter­ska­la, wur­de 2007 von vier KIT-Wis­sen­schaft­lern gegrün­det. ZEISS hat sich schon früh als Gesell­schaf­ter betei­ligt. Die­sen Geist gemein­schaft­li­cher Inno­va­ti­on atmet das gesam­te Gebäu­de. Hier haben Gründer*innen unbü­ro­kra­ti­schen Zugriff auf Räum­lich­kei­ten und Aus­tausch­mög­lich­kei­ten und Stu­die­ren­den­grup­pen arbei­ten an ihren außer­cur­ri­cu­la­ren Projekten.

 

Trans­fer braucht Risiko

Kei­ne die­ser Initia­ti­ven wäre Rea­li­tät gewor­den, ohne die Bereit­schaft, übli­che Wege des Wis­sen­schafts­be­triebs zu ver­las­sen, Zeit, Geld, Ener­gie und Über­zeu­gungs­kraft zu inves­tie­ren und damit ein gewis­ses Risi­ko ein­zu­ge­hen. Öffent­li­che Wis­sen­schaft ist steu­er­fi­nan­ziert und muss ver­ant­wor­tungs­voll und im Sin­ne der Gesell­schaft mit die­sen öffent­li­chen Gel­dern umge­hen. Bei der Finan­zie­rung von wis­sen­schaft­li­chen The­men sind die Aus­ga­ben trans­pa­rent dar­ge­legt und wer­den inten­siv geprüft, zum Bei­spiel über die pro­grammori­en­tier­te For­schung der Helm­holtz-Gemein­schaft. Im Tech­no­lo­gie­trans­fer braucht es eben­sol­che Stan­dards, um Dau­er­auf­ga­ben, wie das Intel­lec­tu­al Pro­per­ty Manage­ment, nach­voll­zieh­bar zu erfül­len. Ande­re Pro­jek­te – ins­be­son­de­re sol­che, die für mehr Inter­ak­ti­on mit Bür­ge­rin­nen und Bür­gern aus­ge­legt sind – gehö­ren nicht zum Rou­ti­ne-Reper­toire des Wis­sen­schafts­ma­nage­ments. Nichts­des­to­trotz brau­chen sie Raum zum Wach­sen und die indi­vi­du­el­le Unter­stüt­zung von Geld­ge­bern und Wei­chen­stel­lern aus der eige­nen Ein­rich­tung. Dafür lohnt es sich, sich zu enga­gie­ren: Die Wis­sen­schaft im Sin­ne der Zivil­ge­sell­schaft braucht die prak­ti­sche Unter­stüt­zung eines gut ver­netz­ten, krea­ti­ven und ser­vice-ori­en­tier­ten Technologietransfers.

 

 

 

 

 

Mit allen guten Wünschen für besinnliche & gesunde Feiertage verabschiedet sich das TA-Team nun bis zum 10.01.2022.
Wir danken Euch allen für Euer Engagement in der TA, die tolle Zusammenarbeit & den bereichernden Austausch & freuen uns auf ein gemeinsames TA-Jahr 2022 mit Euch!

Wir danken ebenfalls dem neuen Vorstandskollegen, Jörn Krupa
Dieser blickt auf eine mehrjährige #Transfer|erfahrung zurück, @GFZ_Potsdam & @helmholtz_de, & leitet bereits seit 3 Jahren den AK #Indikatorik
Ferner interessieren ihn #Gründungen, #Wissenstranster & #Community-Portale

Nach 144 Beiträgen möchten wir der #Transfer-Community für die vielen Tipps, Interviews & News danken & freuen uns auf spannende Beiträge von, zu, mit & über euch & eure Arbeit in 2022

Eure #FokusTransfer-Redaktion

P.S.: Ab dem 10.1.22 sind wir zurück
https://fokustransfer.de/

Herzlichen Dank, liebe #Transfer KollegenInnen & an die #Technologietransfer, #Wissenstransfer sowie an #Gründungen & #Startups Interessierten, für über 500 #Follower bei #LinkedIn!

Wir freuen uns riesig dies mit euch noch in 2021 erreicht zu haben.
https://www.linkedin.com/company/transferallianz

Wir danken den neuen Vorstandskollegen, die in der Mitgliederversammlung ins Amt gewählt wurden & sich nun mit langjähriger Expertise & hoch motiviert im Vorstand engagieren wollen.

Hierunter ist Thomas Gazlig, Leiter Geschäftsbereich @ChariteBerlin BIH Innovation.

1v2⬇️

Danke an die wachsende #Transfer #Community & an alle an #Technologietransfer, #Wissenstransfer sowie #Gründungen & #Startups aus der öffentlichen #Forschung Interessierten für 600 #Follower @ #Twitter 🎊

Um die #Gründungskultur im #Hamburg|er Wissenschaftsbereich zu fördern & zu verstärken, haben sich die größten Hamburger Hochschulen & @desy im Rahmen der Plattform @beyourpilot_de zusammengetan

Wie die Unterstützung von #Gründern aussieht, zeigt ein #Startup Beispiel
1v2 Link⬇️

Wissenschaftler der Uni Stuttgart haben ein 3D-Verfahren entwickelt, mit dem komplexe Mikro-Optiken inkl. Blenden oder weitere Bauteile in einem Schritt gedruckt werden können. Ihr Wissen haben die Erfinder nun zum Aufbau einer Firma genutzt, die bereits erfolgreich tätig ist.

Gründungswissen in der Hosentasche
Weiterbildungsplattform der @UniHalle

“Die Plattform bündelt unser umfangreiches Qualifizierungsangebot zur Unternehmensgründung auf einem [...] Portal [...]” @SuSaHu1

#FokusTransfer
https://fokustransfer.de/weiterbildungsplattform-der-uni-halle-gruendungswissen-in-der-hosentasche/

Redakteurin: @Oprime4493
#Gründung

Werden Sie sichtbar mit Ihren Forschung & Idee
Reichen Sie Ihr Abstract ein und gewinnen Sie einen Vortragsplatz auf der Curious 2022 - Future Insight™ Konferenz @merck_de/@merckgroup
Deadline für die Einreichung | 15.12.2021 19:00 Uhr (CET) @ipOcean1
https://ipocean.com/abstract-challenge-merck/

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