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Von der Digi­ta­li­sie­rung des Netz­werk­wer­kens und der Beschleu­ni­gung von Innovation

Dr. Hol­ger Bengs, Mit­grün­der von ipO­ce­an, im FokusTransfer-Interview

FT: Lie­ber Hol­ger, als pro­mi­vier­ter Che­mi­ker von der Hoechst AG kom­mend – und hier noch als Labor- und Pro­jekt­lei­ter tätig – hast du Netz­wer­ken und Unter­neh­mer­tum zu dei­nem Beruf, fast schon zu dei­ner Pas­si­on, gemacht. Aus­ge­hend von dei­ner bereits fast 20 Jah­re jun­gen Erst­grün­dung, BCNP Con­sul­tants GmbH, hast du das Euro­pean Che­mi­stry Part­ne­ring (ECP) Event initi­iert und nun hast du es wie­der getan. 2019 hast du gemein­sam mit Dr. Hol­ger Geiss­ler ipO­ce­an gerün­det. Was war die Idee hin­ter dem Startup?

HB: Die Idee zu ipO­ce­an ist auf dem ECP ent­stan­den und fußt auf mei­nen Erfah­run­gen bei Hoechst. Aus die­ser Zeit habe ich u. a. gelernt, dass es gilt Inno­va­ti­on zu beschleu­ni­gen. Hier­in waren mein Co-Grün­der, Dr. Hol­ger Geiss­ler, und ich uns bereits 2019 einig. Inno­va­ti­on soll­te so schnell sein wie das Inter­net, aber mit Sicher­heit. Hol­ger war auf mei­ne Ein­la­dung zum ECP gekom­men, wel­ches mein Team bei BCNP und ich als Busi­ness Speed Dating Event für die Che­mie-Indus­trie und ihre Anwen­der­bran­chen eta­bliert hat­ten, und wir über­leg­ten, wie wir ver­trau­ens­vol­les Netz­wer­ken auch unab­hän­gig von einer Loca­ti­on ermög­li­chen könn­ten. Dies war der Beginn des Trust Net­works, wel­ches hilft die Mög­lich­kei­ten des Inter­nets für Geschäfts­an­bah­nung, Zusam­men­ar­beit, Tech­no­lo­gie­trans­fer, Ideen­fin­dung und vie­les mehr zu erschließen.


Event-Tipp der Redak­ti­on: Das 6th ECP wird am vom 16. bis 17. Febru­ar 2022 als digi­ta­les Part­ne­ring statt­fin­den. Save The Date.


FT: „Net­wor­king ist die neue Lebens­ver­si­che­rung“ ist neben „Che­mi­stry makes the World go Around“ dein Slo­gan – fast schon ein Cre­do. Wie kann dei­ne neus­te Unter­neh­mung dabei helfen?

HB: Wir sind an der Schwel­le der Expan­si­on des Wis­sens. Wir sind line­ar. Wir brau­chen das Ver­net­zen zum Lösen von Pro­ble­men. „Che­mi­stry makes the World go Around“ bezieht sich nicht nur auf die che­mi­sche Indus­trie, son­dern auch auf die Che­mie zwi­schen uns Men­schen. ipO­ce­an ist die Digi­ta­li­sie­rung des ver­bind­li­chen Netzwerkens.

FT: ipO­ce­an ver­steht sich als Netz­werk und weist als ers­ten Zweck Tech­no­lo­gie­trans­fer und ‑ver­mitt­lung aus. Wie muss man sich das vor­stel­len und wie kann es beim Trans­fer unterstützen?

HB: Das Inter­net ist unend­li­cher Reg­al­platz. Mei­ne Schluss­fol­ge­rung und ein damit ein­her­ge­hen­der Apell lau­ten von daher: Lasst uns Wis­sen publi­zie­ren. Die Erkennt­nis­se aus Bache­lor- und Mas­ter-The­sen wie auch Dok­tor­ar­bei­ten soll­ten nicht brach­lie­gen, sie müs­sen öffent­lich wer­den. Es soll­ten aber nicht nur Ideen von Hoch­schu­len bekannt­ge­macht wer­den. Auch jene aus den Unter­neh­men wer­den benö­tigt, um Lösun­gen zu fin­den und gemein­sam zu ent­wi­ckeln. ipO­ce­an ist ein Beschleu­ni­ger für den Trans­fer und damit für die Schaf­fung von Lösungen.

FT: Wie stehst du als aus der Che­mi­schen Indus­trie Stam­men­der zum öffent­li­chen Wis­sens- und Tech­no­lo­gie­trans­fer? Wo sind dei­ne Berüh­rungs­punk­te mit diesem?

HB: Viel­leicht klingt es pro­vo­ka­tiv, wenn ich sage, dass ich kei­nen Unter­schied sehe. Wir brau­chen alle Ideen, um auf die dring­lichs­ten Fra­gen Ant­wor­ten zu fin­den – hier­für haben wir kei­ne 10 Jah­re mehr. Woher die Ideen kom­men ist für die Lösung uner­heb­lich. Alle soll­ten an der Bewäl­ti­gung arbei­ten. Hier­zu bie­tet unse­re Platt­form eine Basis, wel­che Ver­trau­en erzeugt und damit Zusam­men­ar­beit sti­mu­liert, unab­hän­gig vom Hin­ter­grund der Beteiligten.

FT: Ver­trau­en beim Netz­wer­ken ist für dich ein ganz basa­ler Punkt, fast eine Grund­vor­aus­set­zung. War es da nahe­lie­gend, die Block­chain-Tech­no­lo­gie als Basis der Platt­form zu nutzen?

HB: Ich bin kein Exper­te für Block­chain, jedoch war ich vom Poten­zi­al fern­ab von Bit­coins begeis­tert. Es erschien mir logisch und nahe­lie­gend, die Regis­ter-Tech­no­lo­gie für den Auf­bau des Ver­trau­ens im Netz­werk – auf der Platt­form – zu nut­zen. Wobei mir kei­ne ande­re Tech­no­lo­gie bekannt ist, wel­che die­sen Nut­zen gestif­tet hätte.

FT: Wie funk­tio­niert das siche­re Tei­len von Informationen?

HB: Wir woll­ten das Nut­zen von ipO­ce­an genau­so ein­fach und sicher gestal­ten wie eine Bank-App für den Zugriff auf das eige­ne Kon­to. Nach der Regis­trie­rung auf unse­rer Platt­form ist es dann auch genau­so ein­fach sich ein­zu­log­gen und dank der Block­chain sind die Infor­ma­tio­nen eben­so geschützt. Bei uns kann jeder Nut­zer ent­schei­den wie und mit wem er sei­ne Infor­ma­tio­nen und Doku­men­te tei­len möch­te – öffent­lich, in über­schau­ba­ren geschlos­se­nen Grup­pen und bila­te­ral, wobei dies mit Geheim­hal­tungs­ver­ein­ba­run­gen flan­kiert wer­den kann. Mit­tels Block­chain ist es hier­bei nun mög­lich genau zu sehen und nach­zu­wei­sen, wer wel­che spe­zi­fi­sche Infor­ma­ti­on wann erhal­ten hat. Das gibt ein­fach Rechts­si­cher­heit, wenn zum Bei­spiel ein Start­up einem Groß­un­ter­neh­men Infor­ma­tio­nen anvertraut.

FT: Gibt es bereits ers­te Nut­zer aus der öffent­li­chen For­schung und des­sen Trans­fer und wie sind deren Erfahrungen?

HB: Ja, wir sind aus der Beta-Pha­se erfolg­reich her­aus und haben zah­len­de Kun­den, wie etwa Star­tups, wel­che ipO­ce­an nut­zen, um sich einen Markt­platz auf­zu­bau­en. High­lights sind sicher aber die Fraun­ho­fer-Gesell­schaft und die Deche­ma. So nutzt die Deche­ma unse­re Platt­form für deren Chal­len­ges sowie Open Inno­va­ti­on, wel­che im Gesam­ten dar­stell­bar sind. Der Vor­teil für die Ideen­ge­ber ist hier­bei die Absi­che­rung sen­si­bler Infor­ma­tio­nen, die wir via Block­chain ermög­li­chen, so dass der Aus­tausch trans­pa­rent erfol­gen kann. Gera­de die Nut­zung für Open Inno­va­ti­on freut mich ganz beson­ders, da hier Poten­zia­le über Berufs­schich­ten hin­weg erkannt und geho­ben wer­den können.

In den Labo­ren wur­den frü­her der­ar­ti­ge Dis­tink­tio­nen sogar noch inner­halb eines Labors durch die Far­be der Kit­tel zemen­tiert. Für mich kön­nen alle Men­schen krea­tiv, erfin­de­risch und inno­va­tiv sein. Nicht zuletzt des­halb habe ich damals als lei­ten­der Weiß-Kit­tel (Arbeits­klei­dung für Diplom-Che­mi­ke­rIn) in mei­nem Labor die blau­en Labor­kit­tel (Arbeits­klei­dung für Che­mie­la­bo­ran­tIn) fak­tisch abge­schafft und damit zu kurz grei­fen­de tra­dier­te Atti­tü­den. Alle Mit­ar­bei­ter mei­nes Labors tru­gen in Gesprächs­run­den zum gemein­sa­men Vor­an­kom­men krea­tiv bei. Von daher freue ich mich sehr, dass wir mit ipO­ce­an die Chan­ce auf Teil­ha­be erhö­hen – die Demo­kra­ti­sie­rung des orga­ni­sa­tio­na­len Erfin­dens zu unterstützen.


“Wir, das Helm­holtz-Zen­trum für Umwelt­for­schung, nut­zen ipO­ce­an zur Geschäfts­an­bah­nung in unse­rem Tech­no­lo­gie­trans­fer. Über ipO­ce­an kön­nen wir unse­re Tech­no­lo­gien auf sehr ein­fa­che und fle­xi­ble Wei­se geschützt im Inter­net prä­sen­tie­ren und tei­len. Das ist ein wich­ti­ger Erfolgs­fak­tor, gera­de in die­sen Zei­ten. Der “Start-up-Ser­vice” war äußerst effi­zi­ent und hat uns viel Arbeit und Zeit erspart, mit einem Ergeb­nis, das auf unse­re Bedürf­nis­se zuge­schnit­ten ist. Die Schutz­me­cha­nis­men auf der Platt­form schaf­fen das nöti­ge Ver­trau­en, um unse­re Tech­no­lo­gien zu prä­sen­tie­ren und schnell in Kon­takt zu kom­men. Die Platt­form hat das Poten­zi­al, das Lin­kedIn für Tech­no­lo­gie zu wer­den und des­halb emp­feh­len wir ipO­ce­an und das Team sehr ger­ne weiter!”

Joa­chim Nöl­ler / Helm­holtz UFZ


FT: Kann eure Platt­form als Online-Tool zur Digi­ta­li­sie­rung des Trans­fers beitragen?

HB: Der Trans­fer hat bereits ers­te Schrit­te in Berei­chen der Digi­ta­li­sie­rung unter­nom­men, wel­che mit­tels ipO­ce­an noch­mals ein ande­res Niveau errei­chen kann. So kön­nen z. B. Rechts­ak­te beschleu­nigt wer­den, wel­che heu­te den Trans­fer teils noch arg brem­sen. Bei unse­rer Platt­form-Lösung kann mit der Bekannt­ma­chung einer Infor­ma­ti­on unmit­tel­bar in die Wert­schöp­fung ein­ge­stie­gen wer­den. Wir bie­ten damit den Betei­lig­ten die Mög­lich­keit schnell zusam­men­zu­ar­bei­ten, Know-how aus­zu­tau­schen und gemein­sa­me Pro­jek­te vor­an­zu­trei­ben, ohne auf die Prü­fung und Frei­ga­be aus der Rechts­ab­tei­lung war­ten zu müs­sen, was bei star­ker Aus­las­tung Pro­jekt um Mona­te ver­zö­gern kann oder noch schlim­mer in frü­hen oder zeit­kri­ti­schen Pha­sen der gemein­sa­men Pro­jekt­ideen-Ent­wick­lung die­se sogar verhindert.

FT: Ihr habt mit eurem Start­up das Telos, die 17 nach­hal­ti­gen Ent­wick­lungs­zie­le (Sus­tainab­le Deve­lo­p­ment Goals, SDGs) der Ver­ein­ten Natio­nen zu unter­stüt­zen. Was ist zu deren Errei­chen not­wen­dig und was hat dies mit ipO­ce­an zu tun?

HB: Die Ent­wick­lungs­zie­le die­nen der glo­ba­len Siche­rung einer nach­hal­ti­gen Ent­wick­lung auf öko­no­mi­scher, sozia­ler sowie öko­lo­gi­scher Ebe­ne und sie sind noch viel zu unbe­kannt. Stu­den­tIn­nen aus den Schwel­len­län­dern ken­nen sie zumeist. Unse­re Stu­die­ren­den – unse­re Gesell­schaft – kennt sie kaum, auch wenn sich das lang­sam und ste­tig ver­bes­sert. Die Ent­wick­lungs­zie­le der UN sind ein Leit­bild für uns alle. Wir sind alle ver­ant­wort­lich und müs­sen dar­auf ein­zah­len. Die SDGs sind ein Leucht­turm für das Umden­ken und zur Beschleu­ni­gung des Han­delns. Sie hel­fen uns zu fokussieren.

Zugang zu sau­be­rem Was­ser und sani­tä­ren Ein­rich­tun­gen sind Rie­sen­pro­ble­me, die wir nicht ken­nen. Für uns sind sau­be­res Was­ser bis ins Haus und eige­ne Hygie­ne­ein­rich­tun­gen Stan­dard, ob in der Stadt oder auf dem Land. Schlech­te sani­tä­re Bedin­gun­gen sind aber in Schwel­len­län­dern ein wesent­li­cher zu besei­ti­gen­der Fak­tor. Sie wir­ken sich auf Gesund­heit, Kin­der­sterb­lich­keit sowie Lebens­er­war­tung nega­tiv aus. Und die unglei­che Ver­tei­lung von Was­ser, als lebens­wich­ti­gem Gut, wird durch den Kli­ma­wan­del noch­mals verstärkt.

Wir wol­len mit ipO­ce­an auf die 17 SDGs auf­merk­sam machen und bie­ten eine Platt­form, um inno­va­ti­ve und krea­ti­ve Lösun­gen zur Unter­stüt­zung von die­sen zu schaffen.

 

Edi­to­ri­al: Das Inter­view mit Dr. Hol­ger Bengs führ­te Niklas Gün­ther für FokusTransfer.

Wei­te­re Infor­ma­tio­nen zu den SDGs fin­den Sie u.a. unter: https://www.2030agenda.de/de

 

Mehr zum Ver­trau­ens­netz­werk ipO­ce­an erfah­ren Sie hier.

Sie möch­ten eine Idee und geis­ti­ges Eigen­tum sicher tei­len und hier­über Koope­ra­tio­nen generieren?

Dann tes­ten Sie die Platt­form ein­fach direkt per Fre­e­mi­um-Modell unter https://ipocean.com

 

 

 

 

Mit allen guten Wünschen für besinnliche & gesunde Feiertage verabschiedet sich das TA-Team nun bis zum 10.01.2022.
Wir danken Euch allen für Euer Engagement in der TA, die tolle Zusammenarbeit & den bereichernden Austausch & freuen uns auf ein gemeinsames TA-Jahr 2022 mit Euch!

Wir danken ebenfalls dem neuen Vorstandskollegen, Jörn Krupa
Dieser blickt auf eine mehrjährige #Transfer|erfahrung zurück, @GFZ_Potsdam & @helmholtz_de, & leitet bereits seit 3 Jahren den AK #Indikatorik
Ferner interessieren ihn #Gründungen, #Wissenstranster & #Community-Portale

Nach 144 Beiträgen möchten wir der #Transfer-Community für die vielen Tipps, Interviews & News danken & freuen uns auf spannende Beiträge von, zu, mit & über euch & eure Arbeit in 2022

Eure #FokusTransfer-Redaktion

P.S.: Ab dem 10.1.22 sind wir zurück
https://fokustransfer.de/

Herzlichen Dank, liebe #Transfer KollegenInnen & an die #Technologietransfer, #Wissenstransfer sowie an #Gründungen & #Startups Interessierten, für über 500 #Follower bei #LinkedIn!

Wir freuen uns riesig dies mit euch noch in 2021 erreicht zu haben.
https://www.linkedin.com/company/transferallianz

Wir danken den neuen Vorstandskollegen, die in der Mitgliederversammlung ins Amt gewählt wurden & sich nun mit langjähriger Expertise & hoch motiviert im Vorstand engagieren wollen.

Hierunter ist Thomas Gazlig, Leiter Geschäftsbereich @ChariteBerlin BIH Innovation.

1v2⬇️

Danke an die wachsende #Transfer #Community & an alle an #Technologietransfer, #Wissenstransfer sowie #Gründungen & #Startups aus der öffentlichen #Forschung Interessierten für 600 #Follower @ #Twitter 🎊

Um die #Gründungskultur im #Hamburg|er Wissenschaftsbereich zu fördern & zu verstärken, haben sich die größten Hamburger Hochschulen & @desy im Rahmen der Plattform @beyourpilot_de zusammengetan

Wie die Unterstützung von #Gründern aussieht, zeigt ein #Startup Beispiel
1v2 Link⬇️

Wissenschaftler der Uni Stuttgart haben ein 3D-Verfahren entwickelt, mit dem komplexe Mikro-Optiken inkl. Blenden oder weitere Bauteile in einem Schritt gedruckt werden können. Ihr Wissen haben die Erfinder nun zum Aufbau einer Firma genutzt, die bereits erfolgreich tätig ist.

Gründungswissen in der Hosentasche
Weiterbildungsplattform der @UniHalle

“Die Plattform bündelt unser umfangreiches Qualifizierungsangebot zur Unternehmensgründung auf einem [...] Portal [...]” @SuSaHu1

#FokusTransfer
https://fokustransfer.de/weiterbildungsplattform-der-uni-halle-gruendungswissen-in-der-hosentasche/

Redakteurin: @Oprime4493
#Gründung

Werden Sie sichtbar mit Ihren Forschung & Idee
Reichen Sie Ihr Abstract ein und gewinnen Sie einen Vortragsplatz auf der Curious 2022 - Future Insight™ Konferenz @merck_de/@merckgroup
Deadline für die Einreichung | 15.12.2021 19:00 Uhr (CET) @ipOcean1
https://ipocean.com/abstract-challenge-merck/

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