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Inter­ak­ti­ver Wis­sens­trans­fer durch Audi­ence-Respon­se-Sys­te­me (ARS)

14.02.2021
Alexander Henn
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Ein Impuls aus dem Maga­zin “Mez­za­nin” des Koope­ra­ti­ons-Ser­vice an der Leu­pha­na Uni­ver­si­tät Lüneburg.

Im Ver­an­stal­tungs­ma­nage­ment des Wis­sens­trans­fers zwi­schen Hoch­schu­len und Pra­xis­ak­teu­ren scheint die Wis­sens­ge­sell­schaft noch nicht voll umfäng­lich im 21. Jahr­hun­dert ange­kom­men zu sein. Ver­an­stal­ter ver­trau­en bei der Infor­ma­ti­ons- und Fak­ten­ver­mitt­lung wei­ter­hin häu­fig auf fron­ta­le Prä­sen­ta­ti­ons­for­men und drän­gen die Teil­neh­men­den von Kon­gres­sen, Tagun­gen oder Mee­tings in die Rol­le der pas­si­ven Rezi­pi­en­ten. Die Wahr­schein­lich­keit, dass die Auf­merk­sam­keit schnell sinkt, ist dabei hoch.

Vier Grün­de für ARS

1. Der Wis­sens­trans­fer braucht par­ti­zi­pa­ti­ve Formate

Die Mög­lich­kei­ten inno­va­ti­ver und par­ti­zi­pa­ti­ver For­ma­te unter Ein­be­zug moder­ner Digi­tal­tech­nik wer­den so in Ver­an­stal­tun­gen des Wis­sens­trans­fers noch nicht voll aus­ge­schöpft. Erfah­run­gen aus ande­ren uni­ver­si­tä­ren Berei­chen – zum Bei­spiel der Leh­re – zei­gen, dass eine Akti­vie­rung der Teil­neh­men­den durch Zuhil­fe­nah­me digi­ta­ler Anwen­dun­gen eine weit inten­si­ve­re Aus­ein­an­der­set­zung mit The­men, Fra­ge­stel­lun­gen und Mei­nun­gen erzeugt.

Im Fol­gen­den wird auf soge­nann­te Audi­ence-Respon­se-Sys­te­me (ARS) ein­ge­gan­gen (vgl. Brand­ho­fer, 2015). Es han­delt sich dabei um Inter­net­platt­for­men bezie­hungs­wei­se Hard­ware, die selbst in grö­ße­ren Ver­an­stal­tungs­sä­len und dar­über hin­aus eine erwei­ter­te Kom­mu­ni­ka­ti­on zwi­schen Vor­tra­gen­den und Zuhö­ren­den ermög­li­chen. Dies kann je nach Inten­ti­on der Vor­tra­gen­den und Leist­bar­keit des Tools sowohl Fra­gen als auch Arbeits­an­wei­sun­gen beinhalten.

2. Audi­ence Respon­se Sys­te­me als Lösung

Soft­ware­ba­sier­te ARS nut­zen das vor­han­de­ne WLAN bezie­hungs­wei­se Mobil­funk­netz, die Teil­neh­men­den geben über Smart­pho­ne, Tablet oder Note­book ihr Feed­back. Bei vie­len Anwen­dun­gen ist die Reak­ti­on auf Anmer­kun­gen bezie­hungs­wei­se die Ein­bet­tung der Ergeb­nis­se in Echt­zeit mög­lich. Dies erlaubt es, den Ablauf eines Vor­tra­ges ad hoc anzupassen.

Gera­de bei Fach­vor­trä­gen, bei denen unter­schied­li­che Wis­sens­stän­de oder abwei­chen­de Erfah­run­gen bei For­schen­den und Prak­ti­kern vor­lie­gen, kann durch die Unkom­pli­ziert­heit der Rück­mel­dung schnell auf sol­che Situa­tio­nen reagiert werden.

3. Hemm­schwel­len wer­den aufgelöst

ARS-Sys­te­me sind meist intui­tiv in der Hand­ha­bung. Ein gro­ßer Vor­teil, den die­se Tools bie­ten, ist die Mög­lich­keit, jeden ein­zel­nen Teil­neh­men­den  zeit­gleich zu akti­vie­ren – unab­hän­gig von der Publi­kums­grö­ße. Hemm­schwel­len, vor einem gro­ßen Audi­to­ri­um zu spre­chen, kön­nen so auf­ge­löst werden.

Neben der tech­ni­schen Dimen­si­on – ohne Mikro­fon­un­ter­stüt­zung sind Wort­mel­dun­gen oft schwer ver­ständ­lich – stellt sich die Effi­zi­enz­fra­ge. Wenn jeder eine Fra­ge in Echt­zeit stellt, geht dies zulas­ten der Zeit, die für die Ver­mitt­lung von Inhal­ten bleibt.

4. Direk­tes Feed­back an Teil­neh­mer erhöht Partizipation

Essen­zi­ell für den Erfolg eines ARS in der Pra­xis ist die Reak­ti­on der Vor­tra­gen­den auf Ant­wor­ten aus dem Publi­kum. Unbe­dingt soll­te auf das Feed­back der Teil­neh­men­den unmit­tel­bar und ange­mes­sen reagiert wer­den. Aus Publi­kums­per­spek­ti­ve recht­fer­ti­gen die­se Reak­tio­nen den mit der Betei­li­gung ver­bun­de­nen Auf­wand. Teil­neh­mer wer­den moti­viert, wei­te­re Betei­li­gungs­mög­lich­kei­ten aktiv zu nut­zen. Das Publi­kum muss ver­ste­hen, dass es einen direk­ten Ein­fluss auf das aktu­el­le Gesche­hen hat.

Bei­spiel 1: Online Voting als Rückkanal

Im Sep­tem­ber 2017 ver­folg­te das Team des Digi­tal-Know­ledge-Trans­fer-Pro­jekts an der Leu­pha­na Uni­ver­si­tät Lüne­burg im Rah­men zwei­er Kon­fe­ren­zen das Ziel, eine stär­ke­re  digi­ta­le  Ein­bin­dung  von Ver­an­stal­tungs­teil­neh­men­den in Vor­trä­ge zu erpro­ben. Zu die­sem Zweck kam bei bei­den Events ein ARS-Tool (Men­ti­me­ter) zum Einsatz.

Bei den Ver­an­stal­tun­gen han­del­te es sich zum einen um die Online-Mar­ke­ting-Kon­fe­renz, die jähr­lich in Koope­ra­ti­on mit einem regio­na­len mit­tel­stän­di­schen Unter­neh­men orga­ni­siert und von 600 bis 700 Teil­neh­men­den besucht wird, und zum ande­ren um das Leu­pha­na Ener­gie­fo­rum, bei dem Wis­sen­schaft­ler der Uni­ver­si­tät mit rund 130 Pra­xis­ak­teu­ren über Her­aus­for­de­run­gen der regio­na­len Ener­gie­wen­de diskutieren.

Zusam­men­fas­send lässt sich fest­hal­ten, dass die Akti­vie­rung des Publi­kums durch die Nut­zung der Audi­ence-Respon­se-Anwen­dung posi­tiv zu bewer­ten ist. Die Refe­ren­ten, die das Sys­tem ein­ge­setzt haben, berich­te­ten, dass sie im Ver­gleich zur klas­si­schen Fron­tal­si­tua­ti­on eine stär­ke­re Nähe zu ihren Zuhö­rern emp­fun­den hät­ten. Auch die Reso­nanz des Publi­kums war größ­ten­teils posi­tiv. Die anhal­tend hohe Zahl der Rück­mel­dun­gen auf die Fra­gen zeigt die Bereit­schaft des

Bei­spiel 2: Inter­ak­ti­ver Wis­sens­trans­fer bei Lea­ders­hip Garage

Im Janu­ar 2018 fand an der Leu­pha­na Uni­ver­si­tät Lüne­burg unter dem Titel „Lea­ding Inno­va­ti­on – Füh­rung in der digi­ta­len Arbeits­welt“ eine Ver­an­stal­tung des Pro­jekts „Lea­ders­hip Gara­ge“ statt, in der Pra­xis­ver­tre­tern wis­sen­schaft­li­che Erkennt­nis­se und Erfah­run­gen aus der Pro­jekt­ar­beit ver­mit­telt wur­den. Ziel der Ver­an­stal­tung war es, die Teil­neh­men­den mit Design Thin­king bekannt zu machen. Zur prak­ti­schen Erpro­bung die­ser Arbeits­tech­nik wur­den die rund 120 Teil­neh­men­den in 20 Arbeits­grup­pen eingeteilt.

Auch hohe Teilnehmendenzahlen
eig­nen sich für ARS!

Eine zen­tra­le Her­aus­for­de­rung bestand dar­in, die gro­ße Zahl der Teil­neh­men­den in einem gro­ßen Are­al zeit­gleich zu instru­ie­ren und zu koor­di­nie­ren. Zur Unter­stüt­zung die­ser Zie­le wur­de das digi­ta­le Tool Near­pod getes­tet. Als inter­ak­ti­ve Prä­sen­ta­ti­ons­platt­form bie­tet es den Teil­neh­men­den die Mög­lich­keit, eine gezeig­te Prä­sen­ta­ti­on in Echt­zeit auf dem eige­nen End­ge­rät zu strea­men. Die Wie­der­ga­be wird dabei direkt durch das Pro­jekt­team gesteu­ert. Durch Umfra­gen oder kur­ze Quiz­fra­gen kön­nen die Teil­neh­men­den zudem aktiv ein­ge­bun­den werden.

Zur Akti­vie­rung von Groß­grup­pen erweist sich der Ein­satz von inter­ak­ti­ven Ver­mitt­lungs­for­ma­ten als ziel­füh­rend, um eine Mit­mach­kul­tur zu eta­blie­ren. Die Teil­neh­men­den der Ver­an­stal­tung waren sehr ange­tan von dem inter­ak­ti­ven Instruk­ti­ons- und Trans­fer­de­sign des Tools.

Der Ein­be­zug des eige­nen Smart­pho­nes in eine der­ar­ti­ge Übung war für die über­wie­gen­de Mehr­heit eine ganz neue und posi­ti­ve Erfah­rung. Sie folg­ten den Inhal­ten und Arbeits­an­wei­sun­gen in Form von Vide­os und Tex­ten auf dem eige­nen Gerät mit gro­ßer Auf­merk­sam­keit. Die Nut­zung des eige­nen Smart­pho­nes erzeug­te eine gro­ße Neu­gier­de und ein hohes indi­vi­du­el­les Enga­ge­ment wäh­rend der Arbeits­pha­se. Der Ein­satz eines sol­chen Tools über­zeugt durch die Mög­lich­keit, die Teil­neh­men­den indi­vi­du­ell zu adres­sie­ren, zu akti­vie­ren und einzubeziehen.

 

Abhän­gig ist­derer­folg­rei­che Gebrauch­ent­spre­chen­der Tools aller­dings davon, dass die Adres­sa­ten ein mobi­les digi­ta­les End­ge­rät und einen Inter­net­zu­gang zur Ver­fü­gung haben, im Ide­al­fall in Form eines frei zugäng­li­chen WLAN. In Bezug auf die durch­ge­führ­te Ver­an­stal­tung erwies sich für eini­ge Smart­pho­ne-Nut­zer als hin­der­lich, dass für die Nut­zung des frei­en WLANs ein Pop-up-Fens­ter geöff­net blei­ben muss.

Die Ver­wen­dung ent­spre­chen­der Tools in Trans­fer­ver­an­stal­tun­gen ist ins­ge­samt emp­feh­lens­wert für inter­ak­ti­ve Parts und ein­fach zu rea­li­sie­ren.

 

 

Aus­zug aus dem Arti­kel „Mit­ma­chen erwünscht“, von M. S. Rie­del, C. Her­zog, C. Otto und H. Ver­gos­sen, erst­mals erschie­nen in DUZ Wis­sen­schaft & Manage­ment 02/2018.

 

Mit allen guten Wünschen für besinnliche & gesunde Feiertage verabschiedet sich das TA-Team nun bis zum 10.01.2022.
Wir danken Euch allen für Euer Engagement in der TA, die tolle Zusammenarbeit & den bereichernden Austausch & freuen uns auf ein gemeinsames TA-Jahr 2022 mit Euch!

Wir danken ebenfalls dem neuen Vorstandskollegen, Jörn Krupa
Dieser blickt auf eine mehrjährige #Transfer|erfahrung zurück, @GFZ_Potsdam & @helmholtz_de, & leitet bereits seit 3 Jahren den AK #Indikatorik
Ferner interessieren ihn #Gründungen, #Wissenstranster & #Community-Portale

Nach 144 Beiträgen möchten wir der #Transfer-Community für die vielen Tipps, Interviews & News danken & freuen uns auf spannende Beiträge von, zu, mit & über euch & eure Arbeit in 2022

Eure #FokusTransfer-Redaktion

P.S.: Ab dem 10.1.22 sind wir zurück
https://fokustransfer.de/

Herzlichen Dank, liebe #Transfer KollegenInnen & an die #Technologietransfer, #Wissenstransfer sowie an #Gründungen & #Startups Interessierten, für über 500 #Follower bei #LinkedIn!

Wir freuen uns riesig dies mit euch noch in 2021 erreicht zu haben.
https://www.linkedin.com/company/transferallianz

Wir danken den neuen Vorstandskollegen, die in der Mitgliederversammlung ins Amt gewählt wurden & sich nun mit langjähriger Expertise & hoch motiviert im Vorstand engagieren wollen.

Hierunter ist Thomas Gazlig, Leiter Geschäftsbereich @ChariteBerlin BIH Innovation.

1v2⬇️

Danke an die wachsende #Transfer #Community & an alle an #Technologietransfer, #Wissenstransfer sowie #Gründungen & #Startups aus der öffentlichen #Forschung Interessierten für 600 #Follower @ #Twitter 🎊

Um die #Gründungskultur im #Hamburg|er Wissenschaftsbereich zu fördern & zu verstärken, haben sich die größten Hamburger Hochschulen & @desy im Rahmen der Plattform @beyourpilot_de zusammengetan

Wie die Unterstützung von #Gründern aussieht, zeigt ein #Startup Beispiel
1v2 Link⬇️

Wissenschaftler der Uni Stuttgart haben ein 3D-Verfahren entwickelt, mit dem komplexe Mikro-Optiken inkl. Blenden oder weitere Bauteile in einem Schritt gedruckt werden können. Ihr Wissen haben die Erfinder nun zum Aufbau einer Firma genutzt, die bereits erfolgreich tätig ist.

Gründungswissen in der Hosentasche
Weiterbildungsplattform der @UniHalle

“Die Plattform bündelt unser umfangreiches Qualifizierungsangebot zur Unternehmensgründung auf einem [...] Portal [...]” @SuSaHu1

#FokusTransfer
https://fokustransfer.de/weiterbildungsplattform-der-uni-halle-gruendungswissen-in-der-hosentasche/

Redakteurin: @Oprime4493
#Gründung

Werden Sie sichtbar mit Ihren Forschung & Idee
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Deadline für die Einreichung | 15.12.2021 19:00 Uhr (CET) @ipOcean1
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